Fresko

Als Fresko bezeichnet man das Ergebnis einer speziellen Maltechnik, bei der die Farben auf den noch frischen Kalkputz einer Wand aufgetragen werden, im Gegensatz zur Seccomalerei, die auf trockenem Grund angewendet wird. Der Begriff leitet sich vom italienischen Wort fresco (=frisch) ab.

Obwohl der genaue Ursprung der Freskomalerei ungeklärt ist, gilt als sicher, daß sie bereits der minoischen Kultur vor 3500 Jahren bekannt war. Analog dazu wurden knapp 3000 Jahre alte Fresken in der chinesischen Provinz Kansu entdeckt. Die erste bekannte schriftliche Beschreibung der Technik lieferte der römische Baumeister Vitruv im 1. Jahrhundert vor Christus. Seine Blütezeit erlebt die Freskomalerei in Italien ab dem Ende des 13. Jahrhunderts, als sie vor allem in Kirchen und Palästen die teurere Mosaiktechnik als beherrschendes Schmuckelement verdrängt. Die Epoche der Renaissance gilt als Höhepunkt der meist religiös geprägten Fresken.

Das unumstritten bedeutendste Fresko der Kunstgeschichte ist Michelangelos Gestaltung der Decke der Sixtinischen Kapelle im Vatikan. Zwischen 1508 und 1512 schuf der italienische Maler auf 520 Quadratmetern ein Meisterwerk mit Szenen aus der Genesis, das Ende des 20. Jahrhunderts unter größtem Aufwand und weltweiter Aufmerksamkeit restauriert wurde. Weitere bedeutende Fresken schuf Raffael im Vatikan, Domenico Ghirlandaios in Florenz oder Giovanni Battista Tiepolo in Würzburg.

Die Freskotechnik gilt als besonders anspruchsvoll, da die Farbe nur solange aufgetragen werden kann wie der Putz noch feucht ist und spätere Korrekturen nicht mehr möglich sind. Deswegen setzte sich das Gesamtwerk aus mehreren Teilstücken zusammen, die vom Künstler jeweils an einem Tag fertiggestellt wurden (Tagwerk, ital.: giornata). Die in Wasser gelösten Farbpigmente verbinden sich bei dieser Technik mit dem Kalkputz und werden bei dessen Trocknung fest eingebunden (Carbonatisierung), so daß sie - anders als bei der Seccomalerei - nicht abblättern können. Da ein Fresko unter hohem Zeitdruck entsteht, arbeiteten die Künstler oft mit Hilfslinien und Schablonen (Sinopie). Michelangelo behalf sich beispielsweise mit einer Vorzeichnung in Originalgröße auf Papier, die er auf den frischen Putz auflegte und den Entwurf mit einem Griffel durchpauste.
Fresken sind geprägt durch lange Haltbarkeit, transparente bis satte Farben und eine Oberfläche, die unempfindlich gegenüber Lichtreflexionen ist.